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Humangenetische Grundlagen
Wochenendworkshop für Pädagogen
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Wird bei einem Kind ein seltenes Erscheinungsbild festgestellt (Phänotyp), dann denken die konsultierten Fachleute der Pädiatrie und Humangenetik an ein Syndrom . Häufig liegt eine seltene Genveränderung zu Grunde (Genotyp). Kinder mit genetischen Syndromen sind einander ähnlicher als ihren Geschwistern. Dies beruht auf kleineren Merkmalen im Bereich des Gesichts, die keinen Krankheitswert haben. Liegen auch Fehlbildungen oder Funktionsstörungen vor, kann eine ärztliche Behandlung erforderlich werden.
Kinder mit Syndromdiagnosen erreichen die Meilensteine ihrer motorischen Entwicklung oft später als erwartet. Ihre divergierenden Entwicklungsnormen lassen sich jedoch therapeutisch kaum beeinflussen. Sie sind ein Ausdruck menschlicher Vielfalt und behindern die Kinder nicht, wenn sie in ihrer sozialen Umgebung von Anfang an Berücksichtigung finden. Ein Beispiel ist die vorurteilsfreie Akzeptanz der nonverbalen Kommunikation eines Kindes mit verzögerter Sprachmotorik und normalem Sprachverständnis.
Im Rahmen der menschlichen Vielfalt erben die Kinder darüber hinaus Verhaltensdispositionen, die sie prägen ohne sie festzulegen. Wie bei anderen Kindern kann ihr Verhalten durch Erziehung modifiziert und den Erfordernissen ihres sozialen Umfelds angepasst werden.
Kinder mit genetischen Syndromen werden weltweit für geistig behindert gehalten. Diese Vorannahme hat sich jedoch als unzutreffend erwiesen. Sie beruht auf einer Fehlinterpretation ihres Verhaltens und muss korrigiert werden, um ihnen trotz ihres körperlichen Andersseins eine volle und gleichberechtigte Partizipation an allen Aktivitäten des sozialen Lebens zu ermöglichen. Eigene Beobachtungen und Untersuchungen haben uns in den letzten zwanzig Jahren auf der Basis neurobiologischer Erkenntnisse dazu geführt, Geistige Behinderung nicht länger als einen angeborenen Zustand sondern als einen Prozess zu verstehen, der durch zu niedrige Erwartungen im sozialen Umfeld entsteht und verhindert werden kann.
Das menschliche Gehirn ist das einzige Organ, das bei der Geburt noch nicht fertig ist. Die Neuronen der Hirnrinde warten auf Umwelterfahrungen, die das Wachstum synaptischer Faserverbindungen induzieren. Sie dienen der neuronalen Kommunikation und führen zur Konstruktion individueller Erfahrungsspeicher. Aus einfachen Schaltkreisen entstehen komplexe Netzwerke, mit denen die Kinder schon in den ersten Lebensjahren denken lernen. Altersentsprechende Erfahrungen sind Voraussetzung dafür, dass dieser wichtige Teil der postnatalen Hirnentwicklung normal verläuft. Das Denkorgan braucht den richtigen Input, um die Kinder für das normale soziale Leben fit zu machen. Offenbar hindern die Gene sie nicht daran, ihre Erfahrungen in effiziente neuronale Netzwerke umzusetzen und ihre Ideen handelnd zu verwirklichen.
Die Montessoritherapie bietet einen ganzheitlichen Zugang zur Entschlüsselung kindlicher Entwicklungs-potenziale. Sie unterstützt Eltern und Fachleute bei der Aufgabe, die Entwicklung der Kinder durch Erziehung herauszufordern und sie zur Teilhabe an einem selbst bestimmten Leben zu führen.
Im Workshop wird an Hand von Aufzeichnungen und unter Einbeziehung der Vorstellung des konkreten Materials Montessori-therapeutische Arbeit und ihre Besonderheiten erläutert.
| Termin: |
17.02.2012 – 18.02.2012 |
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Freitag |
17.02.2012
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17.00 - 20.00 Uhr |
| Samstag |
18.02.2012 |
09.00 - 18.00 Uhr |
| Ort: |
Montessori-Praxis Lore Anderlik, Puchheim bei München |
| Gebühr: |
150,-- € |
| Leitung: |
Prof. Dr. med. Sabine Stengel-Rutkowski, Humangenetikerin, LMU München, i.R.
Lore Anderlik, Montessori-Therapeutin, Montessori-Heilpädagogin AMI, Puchheim |
Syndrom = gemeinsames Auftreten von Merkmalen, die auf eine gemeinsame Ursache hinweisen.
Anmeldung bitte nur schriftlich an:
Montessori-Praxis L.Anderlik, Bürgermeister-Koch-Str. 25, 82178 Puchheim
Fax-Nr. 089 / 89 02 71 19, e-mail: LAnderlik@aol.com
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